Wenn Frauen in die Menopause kommen, verändert sich ihr Körper auf eine Weise, die viele als unangenehm - oder sogar überwältigend - empfinden. Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen: Diese Symptome sind nicht nur lästig, sie können das tägliche Leben stark beeinträchtigen. Hormonersatztherapien (HRT) sind seit Jahrzehnten die wirksamste Option, um diese Beschwerden zu lindern. Doch heute geht es nicht mehr nur darum, Hormone zu ersetzen. Es geht darum, die richtige Hormontherapie-Kombination für den individuellen Körper zu finden - und dabei auf Generika zu setzen, die ebenso wirksam, aber deutlich günstiger sind.
Warum Kombinationen? Die Rolle von Östrogen und Progesteron
Nicht jede Frau braucht dieselbe Hormonkombination. Der entscheidende Faktor ist, ob die Gebärmutter noch vorhanden ist. Frauen, die eine Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter) hatten, brauchen nur Östrogen. Bei Frauen mit intakter Gebärmutter ist das anders: Östrogen allein lässt die Gebärmutterschleimhaut wachsen. Und das kann zu Krebs führen. Deshalb muss bei Frauen mit Gebärmutter immer auch Progesteron (oder ein ähnlicher Wirkstoff) mitgegeben werden. Das schützt die Schleimhaut. Es gibt zwei Hauptformen dieser Kombination: sequenziell und kontinuierlich. Bei der sequenziellen Kombination nimmt die Frau täglich Östrogen ein, aber nur in den letzten 10 bis 14 Tagen des Monats Progesteron. Das führt dazu, dass jede Woche oder alle drei Monate eine Art Menstruation eintritt - ähnlich wie vor der Menopause. Das ist für Frauen in der Perimenopause sinnvoll, die noch unregelmäßige Blutungen haben. Für Frauen, die seit mindestens einem Jahr keine Periode mehr hatten, ist die kontinuierliche Kombination die bessere Wahl. Hier wird Östrogen und Progesteron jeden Tag eingenommen - ohne Pause. Es gibt keine regelmäßige Blutung mehr. Das ist für viele Frauen nach der Menopause einfacher und angenehmer.Generika: Wirksam, sicher, günstig
Viele Frauen denken, dass teure Markenprodukte besser wirken. Das stimmt nicht. Die meisten Hormontherapien werden heute als Generika verschrieben - und das aus gutem Grund. Sie enthalten dieselben Wirkstoffe wie die Markenprodukte, sind aber oft 70 bis 90 Prozent günstiger. In den USA kosten sie zwischen 4 und 40 Dollar pro Monat, je nach Dosierung und Versicherung. Häufig verwendete Generika sind:- Conjugated Estrogens (z. B. 0,3 mg, 0,45 mg, 0,625 mg Tabletten)
- Estradiol (0,5 mg, 1 mg Tabletten)
- Medroxyprogesteronacetat (2,5 mg, 5 mg, 10 mg Tabletten)
Wie wird es eingenommen? Die Delivery-Methoden
Es gibt mehrere Wege, Hormone in den Körper zu bringen. Die Wahl beeinflusst nicht nur die Bequemlichkeit, sondern auch das Risiko.- Tabletten (oral): Am häufigsten verschrieben, aber auch am risikoreichsten. Die Hormone passieren die Leber, was das Risiko für Blutgerinnsel erhöht - etwa um das 2- bis 3-Fache. Das gilt besonders für Frauen über 60 oder mit Vorerkrankungen.
- Patches: Werden auf die Haut geklebt und geben Hormone langsam ab. Vermeiden die Leber, sind daher sicherer. Werden meist zweimal pro Woche gewechselt.
- Gel oder Spray: Wird täglich auf die Haut aufgetragen (Arme, Beine, Bauch). Auch hier wird die Leber umgangen. Wichtig: Nach der Anwendung 60 Minuten keinen Hautkontakt mit anderen Personen, sonst können Hormone übertragen werden.
- Intrauterines System (IUS): Wie die Mirena-Spirale. Gibt Progesteron direkt in die Gebärmutter ab. Das schützt die Schleimhaut effektiv, während Östrogen oral oder transdermal eingenommen wird. Ideal für Frauen mit starken Blutungen oder erhöhtem Krebsrisiko.
Risiken und Vorteile: Was die Studien wirklich sagen
Die Frauen-Gesundheits-Initiative (WHI) von 2002 hat die Hormontherapie lange in Verruf gebracht. Doch heute wissen wir: Es kommt auf wann, wie und für wen sie angewendet wird. Für gesunde Frauen unter 60 Jahren oder innerhalb von 10 Jahren nach Eintritt der Menopause: Die Vorteile überwiegen. Die Symptome verschwinden, das Risiko für Osteoporose sinkt, und es gibt Hinweise auf einen geringeren Risiko für Darmkrebs (um 18 Prozent) und Diabetes (um 21 Prozent). Aber: Langfristige Nutzung (über 5 Jahre) erhöht leicht das Brustkrebsrisiko - etwa 1 von 1.000 Frauen pro Jahr. Das klingt wenig, ist aber messbar. Hier hilft die Wahl des Progesterons: Microdosierte Progesteron (natürliches Progesteron) ist sicherer als synthetische Gestagene. Bei synthetischen Progesteronen steigt das Brustkrebsrisiko um 2,7 Prozent pro Jahr, bei natürlichem Progesteron nur um 1,9 Prozent. Frauen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten generell auf orale Hormone verzichten. Oral erhöhen sie das Schlaganfallrisiko um 39 Prozent bei Frauen über 60. Transdermale Formen haben dagegen keinen solchen Effekt - sie sind hier die erste Wahl.Was ist mit Blutungen? Ein häufiges Problem
Viele Frauen, die mit einer Kombinationstherapie beginnen, erleben unerwartete Blutungen - besonders in den ersten sechs Monaten. Das ist normal. In 15 bis 20 Prozent der Fälle kommt es zu sogenannter Durchbruchblutung. Sie wird oft von Ärzten als Zeichen für eine falsche Dosierung oder falsche Kombination missverstanden. Aber: In den meisten Fällen verschwindet sie von selbst, wenn der Körper sich an die Hormone gewöhnt hat. Wenn die Blutung aber nach sechs Monaten weiterhin besteht, sollte sie abgeklärt werden. Mögliche Ursachen: zu wenig Progesteron, zu viel Östrogen, oder ein anderes medizinisches Problem wie Polypen oder Endometriumhyperplasie.
Wie findet man die richtige Therapie?
Es gibt keine Standardlösung. Die beste Hormontherapie ist die, die deine Symptome lindert - ohne neue Probleme zu verursachen. Beginne immer mit der niedrigsten wirksamen Dosis. Die meisten Frauen spüren Verbesserungen nach 4 bis 6 Wochen. Aber es kann bis zu 3 bis 6 Monate dauern, bis die optimale Kombination gefunden ist. Das erfordert Geduld und regelmäßige Gespräche mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Wichtig: Jedes Jahr sollte die Therapie neu bewertet werden. Brauchst du sie noch? Kannst du die Dosis reduzieren? Ist das Risiko noch akzeptabel? Die Nordamerikanische Menopause-Gesellschaft (NAMS) empfiehlt seit 2023, die Therapie nicht einfach „auf Lebenszeit“ fortzusetzen, sondern jährlich zu überprüfen.Was kommt als Nächstes?
Die Forschung schreitet voran. Im Jahr 2023 wurde eine neue transdermale Kombinationspflaster (TWIRP-Studie) zugelassen, die möglicherweise ein geringeres Brustkrebsrisiko hat als traditionelle Tabletten. Außerdem werden neue Wirkstoffe wie TSECs (tissue-selective estrogen complexes) und SPRMs (selective progesterone receptor modulators) entwickelt - sie sollen Hormonwirkung gezielt auf Knochen, Gehirn und Haut lenken, ohne die Brust oder Gebärmutter zu beeinflussen. Diese sind noch in klinischen Prüfungen, aber sie zeigen, dass die Zukunft der Hormontherapie individualisierter und sicherer wird.FAQ
Ist Hormontherapie für Frauen über 60 noch sicher?
Für Frauen über 60, die noch nie Hormone eingenommen haben, ist eine neue Hormontherapie in der Regel nicht empfohlen. Das Risiko für Blutgerinnsel, Schlaganfall und Demenz steigt mit dem Alter. Wenn du bereits seit Jahren Hormone nimmst und dich gut fühlst, kannst du sie unter ärztlicher Aufsicht weiternehmen - aber nur, wenn die Symptome schwerwiegend sind und keine Alternativen helfen. Transdermale Formen sind hier sicherer als Tabletten.
Warum wird Progesteron bei Frauen mit Gebärmutter benötigt?
Östrogen regt die Gebärmutterschleimhaut zum Wachstum an. Ohne Progesteron kann diese Schleimhaut zu dick werden - und das erhöht das Risiko für Endometriumkrebs um das 2- bis 12-Fache. Progesteron stoppt dieses Wachstum und sorgt dafür, dass die Schleimhaut regelmäßig abgebaut wird. Ohne Progesteron ist eine Östrogen-Therapie bei Frauen mit Gebärmutter gefährlich.
Können Generika genauso gut wirken wie Markenprodukte?
Ja. Generika enthalten exakt dieselben Wirkstoffe in derselben Dosierung wie Markenprodukte. Sie müssen von der FDA oder der EMA streng geprüft werden, bevor sie zugelassen werden. Der einzige Unterschied ist der Preis - und manchmal die Form (z. B. Tablette statt Kapsel). Viele Frauen berichten, dass sie mit Generika genauso gut zurechtkommen wie mit teuren Marken.
Wie lange sollte man Hormontherapie nehmen?
Es gibt keine feste Regel. Die meisten Frauen nehmen Hormone 3 bis 5 Jahre, um die akuten Symptome zu lindern. Danach wird jährlich geprüft, ob sie noch nötig sind. Wenn die Hitzewallungen verschwunden sind und die Knochen gesund bleiben, kann man langsam reduzieren. Einige Frauen brauchen sie länger - etwa wegen schwerer Osteoporose oder anhaltender Symptome. Wichtig ist: Nicht einfach auf Autopilot weitermachen.
Welche Form ist am sichersten - Pflaster, Gel oder Tablette?
Transdermale Formen - also Pflaster und Gel - sind am sichersten. Sie vermeiden die erste Passierung durch die Leber, was das Risiko für Blutgerinnsel und Schlaganfall deutlich senkt. Tabletten erhöhen diese Risiken, besonders bei Frauen über 60 oder mit Übergewicht. Wenn du ein hohes Risiko für Thrombosen hast, ist ein Pflaster oder Gel die erste Wahl.
Kommentare
Jan Tancinco Januar 11, 2026
Endlich mal jemand, der nicht nur von Markenprodukt-Propaganda schwärmt! Ich hab seit zwei Jahren das Generika-Pflaster und keine Hitzewallung mehr - und das für 12 Euro im Monat. Die Apotheke hat mich erst ausgelacht, aber jetzt ist sie die, die fragt, wo ich das herhabe.