Benzodiazepine in der Schwangerschaft: Was Sie über Geburtsfehler-Risiken wissen müssen

Benzodiazepine in der Schwangerschaft: Was Sie über Geburtsfehler-Risiken wissen müssen
Gesundheit & Medizin Torben Wehrle 10 Dez 2025 15 Kommentare

Wenn Sie schwanger sind und Angstzustände oder Schlafstörungen haben, könnte Ihnen ein Arzt Benzodiazepine verschreiben. Diese Medikamente wirken beruhigend und schlaffördernd - aber was passiert mit dem Baby? Die Antwort ist kompliziert. Es gibt keine einfache Ja- oder Nein-Antwort, aber es gibt klare Hinweise darauf, dass diese Medikamente ein echtes, wenn auch kleines, Risiko für Geburtsfehler darstellen. Und das sollten Sie vor jeder Entscheidung wissen.

Was sind Benzodiazepine und warum werden sie in der Schwangerschaft verschrieben?

Benzodiazepine sind eine Gruppe von Medikamenten, die seit den 1950er Jahren gegen Angst, Panikattacken, Schlafstörungen und Muskelkrämpfe eingesetzt werden. Zu dieser Gruppe gehören auch bekannte Namen wie Alprazolam, ein stark wirksames Benzodiazepin, das häufig bei Angststörungen verschrieben wird, Lorazepam, ein kurz wirksames Medikament, das oft für akute Angstzustände genutzt wird und Diazepam, ein langwirksames Benzodiazepin, das auch bei Krampfanfällen eingesetzt wird. In den USA nehmen etwa 1,7 % der schwangeren Frauen mindestens ein Benzodiazepin ein - meistens im ersten Schwangerschaftsdrittel, wenn die Symptome am stärksten sind.

Die Frage ist: Warum verschreibt man sie trotz Risiken? Weil Angst und Schlaflosigkeit in der Schwangerschaft nicht einfach weggehen. Sie können zu hohem Blutdruck, Frühgeburten oder sogar Depressionen führen. Manchmal ist die Belastung so groß, dass eine medikamentöse Behandlung als notwendig erscheint. Aber das bedeutet nicht, dass sie die erste Wahl sein sollte.

Welche Geburtsfehler sind mit Benzodiazepinen verbunden?

Die Forschung zeigt: Benzodiazepine können das ungeborene Kind beeinflussen. Sie durchqueren die Plazenta und reichern sich im Gewebe des Embryos an. Das ist besonders kritisch in den ersten 12 Wochen, wenn sich Organe bilden.

Eine große Studie aus Südkorea mit über 3 Millionen Schwangerschaften fand heraus: Frauen, die Benzodiazepine im ersten Trimester nahmen, hatten ein leicht erhöhtes Risiko für Herzfehler - um etwa 14 % höher als Frauen, die keine nahmen. Auch für andere Fehlbildungen gab es kleine, aber messbare Risikosteigerungen. Besonders auffällig war der Zusammenhang mit Dandy-Walker-Malformation, einer seltenen, aber schwerwiegenden Fehlbildung des Kleinhirns. Hier stieg das Risiko um das Dreifache.

Und dann gibt es noch Alprazolam, ein spezifisches Benzodiazepin, das mit besonders hohen Risiken für bestimmte Defekte verbunden ist. Studien zeigen: Wenn schwangere Frauen Alprazolam einnahmen, war das Risiko für Anophthalmie oder Mikrophthalmie, die fehlende oder stark verkleinerte Augen viermal höher. Auch die Gefahr für Ösophagusatresie, eine Fehlbildung der Speiseröhre, bei der sie nicht richtig mit dem Magen verbunden ist, stieg deutlich an. Bei Lorazepam wurde ein erhöhtes Risiko für Pulmonalklappenstenose, eine Verengung der Herzklappe zwischen rechtem Ventrikel und Lungenarterie beobachtet.

Das klingt beängstigend - aber wichtig ist: Diese Risiken gelten für einzelne, sehr spezifische Defekte. Die meisten Babys, deren Mütter Benzodiazepine eingenommen haben, kommen ohne Fehlbildungen zur Welt. Dennoch: Wenn es um die Entwicklung Ihres Kindes geht, ist jedes kleine Risiko ernst zu nehmen.

Wie groß ist das absolute Risiko?

Ein relativer Risikozuwachs von 10-40 % klingt dramatisch. Aber was bedeutet das in Zahlen? Hier kommt es auf das absolute Risiko an.

In einer unbelasteten Schwangerschaft liegt das Risiko für eine große Geburtsfehler bei etwa 2,87 von 100 Babys. Bei Frauen, die Benzodiazepine im ersten Trimester einnahmen, stieg es auf 3,81 von 100 - also ein Anstieg von 0,94 Fällen pro 100 Schwangerschaften. Das ist ein Anstieg von knapp einem Prozent.

Für Herzfehler ist der Unterschied etwas größer: Bei 1.000 Frauen, die Benzodiazepine nahmen, gab es etwa 14 zusätzliche Fälle von Herzfehlern im Vergleich zu 1.000 Frauen, die keine nahmen. Das bedeutet: 986 Babys kamen ohne Herzfehler zur Welt. Aber 14 mehr als erwartet - und das ist kein kleiner Unterschied, wenn es um Ihr Kind geht.

Ein weiterer Faktor: Die Risiken steigen mit der Dosis. Wer mehr als 2,5 mg Lorazepam-Äquivalent pro Tag einnahm, hatte ein deutlich höheres Risiko als Frauen mit niedrigeren Dosen. Das ist ein entscheidender Hinweis: Weniger ist besser. Und wenn möglich, gar nicht.

Schwangere Frauen in Yoga-Studio, entspannt, Licht und Pflanzen, friedliche Stimmung

Was sagen die Leitlinien?

Ärzte und Gesundheitsorganisationen sind sich einig: Benzodiazepine sollten in der Schwangerschaft nur mit großer Vorsicht eingesetzt werden.

Die American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG), die führende US-amerikanische Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie, empfiehlt, Benzodiazepine im ersten Trimester zu vermeiden - es sei denn, es gibt keine Alternative. Die European Medicines Agency, die europäische Arzneimittelbehörde, rät ebenfalls, sie im ersten Schwangerschaftsdrittel nur dann zu geben, wenn die Vorteile eindeutig die Risiken überwiegen.

Die kanadischen Leitlinien gehen noch einen Schritt weiter: Sie sagen, Benzodiazepine sollten generell in der Schwangerschaft vermieden werden - besonders im ersten Trimester. Nur bei schweren, therapieresistenten Angststörungen, wo andere Behandlungen versagt haben, könnte man sie mit strenger Überwachung in Betracht ziehen.

Und das ist der Schlüssel: Es geht nicht um „soll ich oder soll ich nicht?“, sondern um „gibt es eine sicherere Alternative?“

Was sind die Alternativen?

Die beste Option ist oft: keine Medikamente. Nicht weil sie „natürlich“ sind, sondern weil sie funktionieren - und sicherer sind.

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist die am besten untersuchte und wirksamste Methode zur Behandlung von Angst und Schlafstörungen in der Schwangerschaft. Studien zeigen, dass KVT genauso gut wirkt wie Benzodiazepine - ohne Risiko für das Kind. Sie braucht Zeit, aber sie baut langfristig Stabilität auf.

Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Atemübungen oder Meditation haben ebenfalls starke Beweise für ihre Wirksamkeit. Viele Frauen berichten, dass sie nach wenigen Wochen spürbar ruhiger und besser geschlafen haben.

Regelmäßige körperliche Aktivität - sogar nur 30 Minuten Spaziergang am Tag - senkt den Stresshormonspiegel und verbessert den Schlaf. Das ist kein „Nebeneffekt“, das ist Medizin.

Und wenn es doch Medikamente sein müssen? Dann gibt es SSRIs, eine Klasse von Antidepressiva, die bei Angststörungen in der Schwangerschaft häufiger eingesetzt werden. Ihr Risiko für Geburtsfehler ist niedriger als das von Benzodiazepinen - und sie wirken längerfristig. Aber auch sie sind nicht risikofrei. Die Entscheidung muss individuell getroffen werden.

Was ist mit Stillen?

Wenn Sie nach der Geburt stillen, ist die Situation anders. Benzodiazepine gelangen in die Muttermilch - aber meistens nur in sehr geringen Mengen. Langwirksame Wirkstoffe wie Diazepam können sich jedoch ansammeln und das Baby schläfrig oder schlecht fütternd machen.

Wenn Sie stillen und ein Benzodiazepin brauchen, wählen Sie am besten Lorazepam, ein kurz wirksames Benzodiazepin mit geringer Ausscheidung in die Milch. Nehmen Sie es nach dem Stillen ein, damit die höchste Konzentration in der Milch erst nach der nächsten Fütterung erreicht ist. Vermeiden Sie Alprazolam - es hat eine längere Halbwertszeit und erhöht das Risiko für Schläfrigkeit beim Baby.

Ärztin und Patientin betrachten Ultraschall, gesundes Herz, sanfte Lichteffekte

Was tun, wenn Sie bereits Benzodiazepine eingenommen haben?

Wenn Sie im ersten Trimester Benzodiazepine eingenommen haben - und jetzt in Panik sind: Atmen Sie tief durch. Die meisten Babys kommen gesund zur Welt. Die Risiken sind gering, aber real. Was jetzt zählt, ist nicht Schuldzuweisung, sondern Handeln.

Reden Sie mit Ihrem Arzt. Sagen Sie ihm, wann und wie viel Sie eingenommen haben. Er kann mit Ihnen die Risiken einschätzen und gegebenenfalls eine gezielte Ultraschalluntersuchung anordnen, um Herz oder Gehirn des Babys genau zu prüfen.

Beenden Sie nicht plötzlich. Abruptes Absetzen kann zu Entzugssymptomen führen - bei Ihnen und Ihrem Baby. Das kann gefährlich sein. Ein langsames, kontrolliertes Abschleichen unter ärztlicher Aufsicht ist immer die sicherste Methode.

Setzen Sie auf nicht-medikamentöse Unterstützung. KVT, Yoga, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf - all das hilft nicht nur, sondern gibt Ihnen Kontrolle zurück. Und das ist vielleicht das Wichtigste: Sie sind nicht hilflos. Es gibt Wege, ohne Medikamente durch die Schwangerschaft zu kommen.

Was ist mit anderen Medikamenten wie Z-Hypnotika?

Medikamente wie Zolpidem (Ambien) oder Zopiclon gehören nicht zu den Benzodiazepinen - aber sie wirken ähnlich. Sie greifen in das gleiche Gehirn-System ein. Studien zeigen: Sie erhöhen ebenfalls das Risiko für Frühgeburten, niedriges Geburtsgewicht und Apgar-Scores unter 7 nach fünf Minuten. Sie sollten in der Schwangerschaft ebenso vermieden werden wie Benzodiazepine.

Was kommt als Nächstes?

Forscher weltweit arbeiten an besseren Daten. Die International Pregnancy Safety Study Consortium, ein internationales Forschungsnetzwerk, das 5.000 schwangere Frauen mit Benzodiazepin-Einnahme überwacht, sammelt seit 2024 Daten zu spezifischen Wirkstoffen, Dosen und Zeitpunkten der Einnahme. Das wird uns helfen, endlich zu wissen: Welches Benzodiazepin ist am sichersten? Wie hoch ist das Risiko bei 0,5 mg pro Tag? Welche Frauen haben das höchste Risiko?

Das ist der nächste Schritt: nicht mehr allgemein „Benzodiazepine sind gefährlich“, sondern „Alprazolam bei 2 mg/Tag im ersten Trimester erhöht das Risiko für Augenfehler um 40 %“. Genauere Daten - für genauere Entscheidungen.

Kommentare

  • Kim Sypriansen

    Kim Sypriansen Dezember 12, 2025

    Es ist faszinierend, wie sehr wir als Gesellschaft medizinische Risiken auf eine binäre Weise sehen: entweder du bist völlig risikofrei oder du bist ein Monster, das dein Kind gefährdet. Aber die Wahrheit liegt oft in den Grautönen. Ein Anstieg von 0,94 Fällen pro 100 Schwangerschaften – das ist kein Fluch, das ist eine statistische Nuance. Wir sollten nicht Angst vor Zahlen haben, sondern lernen, sie mit Mitgefühl zu lesen.

    Ich frage mich, ob wir nicht mehr über die psychischen Belastungen sprechen sollten, die Frauen durch Angstzustände erleben – und wie sehr diese selbst ein Risiko für Mutter und Kind darstellen. Manchmal ist die größte Gefahr nicht das Medikament, sondern die Isolation, die wir Frauen aufbürden, wenn wir sagen: „Du darfst das nicht nehmen.“

  • Thorvald Wisdom

    Thorvald Wisdom Dezember 13, 2025

    Oh, wow. Endlich ein Artikel, der nicht nur die Ärzte als böse Bösewichte darstellt, sondern auch die Wissenschaft ernst nimmt. Was für eine Seltenheit! Ich hab’s ja gewusst – wenn man die Pharmaindustrie nicht beschimpft, ist man kein echter Reddit-User.

    Und natürlich – wer hätte gedacht – dass Alprazolam das Risiko für fehlende Augen vervierfacht. Ach ja, klar. Genau wie die 14 zusätzlichen Herzfehler pro 1000. Wobei – wenn man bedenkt, wie viele Babys mit Down-Syndrom geboren werden, weil die Mütter 40 sind und kein Screening machen… aber nein, das ist ja kein Skandal, das ist „natürlich“.

    Die Leitlinien? Die sind doch nur da, damit sich Ärzte hinter irgendeinem Zettel verstecken können, während sie sich in ihrem Büro die Hände reiben und über den nächsten Benzodiazepin-Verkaufsrekord jubeln. #BigPharmaLies

  • Heinz Zimmermann

    Heinz Zimmermann Dezember 14, 2025

    Ich hab das vor zwei Jahren durchgemacht. Keine Medikamente, nur KVT und tägliches Yoga. War schwer. Aber es hat funktioniert. Ich hab nicht nur mein Kind, sondern auch mich selbst wieder gefunden.

    Die meisten Frauen, die ich kenne, die Benzodiazepine genommen haben, haben auch gesunde Kinder. Aber das ist kein Freibrief. Es geht nicht um Schuld, sondern um Verantwortung. Und Verantwortung heißt: informiert entscheiden – nicht aus Angst, nicht aus Scham, sondern mit klarem Kopf.

    Und ja, KVT ist teuer. Und ja, die Wartezeiten sind lang. Das ist das echte Problem. Nicht die Pillen. Das System.

    Wir brauchen mehr Zugang zu Therapien, nicht weniger. Und weniger Moralismus.

    Ich bin froh, dass es diesen Artikel gibt. Endlich mal eine klare, ruhige Stimme.

  • Peter Priegann

    Peter Priegann Dezember 15, 2025

    Leute, das ist doch totaler Blödsinn. Die Studien sind alle von Pharma-Konzerne finanziert, die wollen, dass du Angst hast, damit du lieber KVT machst – und die machen das alles selbst! Die Therapeuten sind die neuen Apotheker!

    Und dann kommt noch so ein Quatsch mit „14 zusätzliche Herzfehler“ – das ist doch nicht mal ein Tropfen im Ozean. Ich hab ne Cousine, die hat Alprazolam genommen, und ihr Kind ist jetzt 7 und spielt Fußball. Hat ein Herz? Ja. Ein normales. Und das ist kein Wunder, das ist GOTTES WILLE.

    Und jetzt soll ich 30 Minuten spazieren gehen? Ich hab 3 Kinder, 2 Jobs und keinen Schlaf. Du willst, dass ich meditiere? Mit einem Baby auf dem Bauch? LMAO.

    Die echte Gefahr ist, dass du deine Mutterrolle verlierst, weil du dich zu sehr an Regeln klammerst. Die Natur hat uns nicht mit einem Medikamenten-Verbot ausgestattet. Sondern mit Instinkten. Und die sagen: Wenn du nicht mehr kannst, nimm die Pille. Punkt.

    Und wenn das Kind dann was hat? Na und. Es lebt. Und das ist das Einzige, was zählt.

  • Tim Schneider

    Tim Schneider Dezember 16, 2025

    Es ist nicht die Menge, die zählt. Es ist die Zeit. Der Embryo entwickelt sich in den ersten 12 Wochen. Jede Substanz, die die Plazenta durchquert, hat eine Wirkung. Ob klein oder groß. Ob sichtbar oder nicht.

    Die Zahlen sind nicht dramatisch. Aber sie sind real. Und Realität ist kein Option, wenn es um Leben geht. Nicht weil wir Angst haben. Sondern weil wir verantwortlich sind.

    Die Alternativen existieren. Sie sind nicht perfekt. Aber sie sind da. Und sie sind sicher. Warum ignorieren wir sie? Weil sie Zeit brauchen. Weil sie Anstrengung verlangen. Weil sie keine schnelle Lösung bieten.

    Wir haben uns daran gewöhnt, Probleme mit Pillen zu lösen. Aber manche Probleme brauchen kein Medikament. Sie brauchen Zeit. Geduld. Und Unterstützung.

  • Matthias Wiedemann

    Matthias Wiedemann Dezember 18, 2025

    Ich hab diesen Artikel gelesen… und ich hab geweint. Nicht weil ich Angst habe, sondern weil ich endlich mal jemanden gefunden hab, der das sagt, was ich fühle, aber nicht in Worte fassen kann.

    Ich war schwanger, hatte Panikattacken, hab jeden Tag geweint, hab nicht mehr geschlafen – und hab mich schuldig gefühlt, weil ich Angst hatte, die Pille zu nehmen. Und dann hab ich sie genommen. Und hab mich noch schuldiger gefühlt. Und hab mich noch mehr versteckt.

    Keiner spricht darüber. Keiner sagt: „Es ist okay, wenn du Hilfe brauchst.“ Keiner sagt: „Du bist kein schlechter Mensch, weil du eine Pille genommen hast.“

    Ich hab ein gesundes Kind. Und ich hab trotzdem Angst, dass es irgendwann etwas gibt… und dass ich es nicht verdiene, dass es gesund ist.

    Vielen Dank, dass du das geschrieben hast. Ich bin nicht allein.

  • Denis Haberstroh

    Denis Haberstroh Dezember 19, 2025

    Hmm… interessant. Also, Benzodiazepine verursachen Herzfehler… aber nur in 0,94 von 100 Fällen? Und die Studien? Von wem? Von den Leuten, die auch die Impfstoffe für sicher erklärt haben? Und die Mondlandung? Und die 5G-Gesundheitsrisiken? Und die Klima-Lüge?

    Ich hab das Gefühl, dass das hier Teil eines größeren Plans ist. Warum sonst diese „wissenschaftlichen“ Studien, die genau die richtige Menge Angst erzeugen – nicht genug, um aufzurufen, aber genug, um dich zur KVT zu zwingen? Wer profitiert davon? Wer finanziert die Therapeuten? Wer hat die Leitlinien geschrieben?

    Und warum wird nie erwähnt, dass KVT von den gleichen Leuten gefördert wird, die auch die Pharmaindustrie kontrollieren? Ganz klar: Es geht nicht um dein Kind. Es geht um Kontrolle.

    Ich hab die Pille genommen. Und mein Kind ist jetzt 5. Und es läuft. Und es lacht. Und es isst Gemüse. Was willst du mehr?

  • Achim Stößer

    Achim Stößer Dezember 19, 2025

    ich hab alprazolam genommen in der 8 ssw und mein sohn ist jetzt 3 und hat kein problem. die studien sind halt statistik. nicht jeder ist ein fall. ich hab auch nicht gewusst dass ich schwanger bin. warum soll ich mich schuldig fühlen? die ärzte sagen ja auch manchmal es ist okay. ich hab kein gewissenbisschen. ich hab ein gesundes kind. punkt.

  • Leonie Illic

    Leonie Illic Dezember 19, 2025

    Wie rührend, dass wir nun wieder über „einfache“ Lösungen für komplexe menschliche Erfahrungen diskutieren. KVT? Spaziergänge? Ach ja, natürlich – das ist doch die Antwort auf die existenzielle Angst einer Frau, die nachts allein in ihrem Bett liegt und sich fragt, ob sie es schafft, morgen wieder aufzustehen.

    Als ob Therapie für eine Alleinerziehende mit zwei Jobs und ohne Sozialhilfe eine Option wäre. Als ob „Meditation“ die Lösung ist, wenn du von deinem Partner verlassen wurdest und dein Gehalt nicht mal für eine Monatsmiete reicht.

    Und dann kommt dieser arrogante, wissenschaftlich verbrämte Artikel, der mit Zahlen spielt, als wären sie moralische Urteile. „Nur 0,94 Prozent mehr Herzfehler“ – als ob das eine Entschuldigung wäre. Als ob das Kind, das mit einem Herzfehler geboren wird, nicht auch eine Mutter hat, die sich fragt: „Hätte ich…?“

    Wir brauchen keine Statistiken. Wir brauchen ein System, das Frauen nicht in diese Lage bringt. Und wenn wir das nicht schaffen – dann wenigstens Respekt. Nicht Moral.

  • Sina Tonek

    Sina Tonek Dezember 20, 2025

    Ich finde es bemerkenswert, dass der Artikel so ausgewogen und sachlich geschrieben ist. Selten trifft man auf eine solche Balance zwischen wissenschaftlicher Präzision und menschlicher Empathie. Die Verwendung von absoluten Risikowerten statt relativer Prozentangaben ist besonders zu loben – sie verhindert die übliche Panikmache, die in so vielen medizinischen Diskursen vorherrscht.

    Die Erwähnung der Dosisabhängigkeit und die klare Abgrenzung zwischen verschiedenen Wirkstoffen zeigt ein tiefes Verständnis der Pharmakologie. Es ist erfrischend, dass nicht einfach „Benzodiazepine = schlecht“ gesagt wird, sondern differenziert wird – nach Substanz, Zeitpunkt und Dosis.

    Die Hinweise auf Stillen und die konkrete Empfehlung von Lorazepam sind praktisch und sehr hilfreich. Ich hoffe, dass diese Informationen in die klinische Praxis einfließen.

  • Caspar Commijs

    Caspar Commijs Dezember 21, 2025

    Ich hab das mit meinem Sohn auch gemacht. 0,5 mg Alprazolam. Hatte Angst. War nicht perfekt. Aber ich hab ihn gehabt. Und er ist jetzt 10. Und er hat keine Augen. Und er hat kein Herzproblem. Und er lacht. Und er spielt. Und er isst Brokkoli. Und er liebt seine Mama.

    Ich hab den Arzt gefragt. Der hat gesagt: „Wenn du nicht mehr kannst, nimm’s.“

    Und dann kam die Frau vom Jugendamt. Und hat gefragt: „Warum hast du das genommen?“

    Ich hab geschwiegen.

    Ich hab nicht gesagt: „Weil ich jeden Tag geweint habe.“

    Ich hab nicht gesagt: „Weil ich dachte, ich wäre eine schlechte Mutter.“

    Ich hab nicht gesagt: „Weil ich Angst hatte, dass ich es nicht schaffe.“

    Ich hab gesagt: „Ich hab’s getan. Und ich bereue es nicht.“

    Und jetzt? Jetzt bin ich stolz. Weil ich überlebt hab. Und er auch.

  • Charlotte Ryngøye

    Charlotte Ryngøye Dezember 22, 2025

    Was für eine deutsche Selbstverleugnung. In Norwegen würden wir niemals so eine moralische Diskussion führen. Hier wird Frau gezwungen, sich zu rechtfertigen – obwohl sie einfach nur überleben will.

    Ein Anstieg von 0,94 %? Das ist weniger als der Risikozuwachs durch eine Fahrt mit dem Auto zur Geburt. Aber wir reden nicht über Autos. Wir reden nur über Pillen. Warum? Weil es einfacher ist, eine Frau zu verurteilen, als das Gesundheitssystem zu verändern.

    Wir haben in Norwegen kostenlose Therapie. Wir haben Mutterschaftsurlaub. Wir haben Kinderbetreuung. Und trotzdem – manchmal braucht man die Pille. Und dann nimmt man sie. Und niemand fragt. Und niemand urteilt.

    Deutschland braucht keine Statistiken. Deutschland braucht Mitgefühl. Und keine Moralpredigten.

  • Erling Jensen

    Erling Jensen Dezember 22, 2025

    Die Studien sind manipuliert. Die 3 Millionen Schwangerschaften? Die kommen aus Südkorea. Da ist alles anders. Die Ernährung. Die Luft. Die Genetik. Die haben doch keine echten Daten. Und die 14 zusätzlichen Herzfehler? Die sind wahrscheinlich von den Ultraschall-Technikern verursacht. Die gucken zu genau. Und dann sehen sie was, was gar nicht da ist.

    Und KVT? Wer bezahlt das? Die Regierung? Nein. Die Versicherung? Nein. Die Frau? Ja. Und wenn sie kein Geld hat? Dann stirbt sie innerlich. Und das ist kein Herzfehler. Das ist ein Verbrechen.

    Ich hab die Pille genommen. Und ich hab mein Kind. Und ich hab die Welt gerettet. Und wenn du das nicht verstehst – dann bist du Teil des Problems.

  • Christer Nordvik

    Christer Nordvik Dezember 23, 2025

    Ich hab zwei Kinder. Beide wurden in der Schwangerschaft mit Lorazepam versorgt. Beide sind heute gesund. Beide lachen. Beide lieben Musik.

    Ich hab nicht gewusst, dass es Risiken gibt. Ich hab nur gewusst: Ich kann nicht mehr. Und ich hab die Pille genommen.

    Und ich hab nie ein schlechtes Gewissen gehabt. Weil ich wusste: Ich hab mein Kind nicht gefährdet. Ich hab es gerettet.

    Ich hab auch KVT versucht. Aber ich war zu erschöpft. Zu traurig. Zu leer.

    Manchmal braucht man eine Pille, um wieder zu atmen.

    Und das ist keine Schwäche. Das ist Überleben.

    Vielen Dank für diesen Artikel. Er hat mir geholfen, nicht allein zu sein.

  • Heinz Zimmermann

    Heinz Zimmermann Dezember 24, 2025

    Ich hab das hier gelesen – und ich hab mich an meine Schwester erinnert. Sie hat Alprazolam genommen. Hat ein gesundes Kind. Hat sich aber nie getraut, darüber zu sprechen. Bis jetzt.

    Ich hab ihr geschrieben: „Du hast nicht gesündigt. Du hast überlebt.“

    Und sie hat geantwortet: „Ich dachte, ich wäre die Einzige.“

    Das ist das Problem. Nicht die Pillen. Nicht die Risiken. Sondern die Stille.

    Vielen Dank, dass du diese Stille gebrochen hast.

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